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Über den Jordan… (Oberöwisheim)

31. Juli 2016

„Jordan“ ist der Spitzname des kleinen Kraichbachs, der durch Oberöwisheim fließt – es ist übrigens eine Sie, also „die“ Bach.  Ja, man hätte auch früher darüber berichten können, mit Informationen rund um Kosten und Finanzen und über Beschlüsse und Entscheidungen. Direkt vor Baubeginn hätte man Fotos machen können, vom alten Brückle und dem schönen kleinen idyllischen Gärtchen daneben, so zum Vergleich, vorher nachher.

Aus alt mach neu - aus dem Holzbrückle wurde eine richtige Straße, die Poller werden aber nur im Notfall entfernt.
Aus alt mach neu – aus dem Holzbrückle wurde eine richtige Straße, die Poller werden aber nur im Notfall entfernt.

Aber seither ist schon wieder eine Menge Wasser die Bach, also den Jordan hinab geflossen, und weil vielleicht nicht alle Kraichtaler es mitbekommen haben, gibt es hier noch einmal die Information: das Brückle ist weg und es ist – zu Recht – eine breite Feuerwehrzufahrt zur Bachstraße hinter dem Spielplatz und dem Parkplatz des Friedhofs gebaut worden.

Ist man (wie ich) ein nostalgischer, emotionaler Mensch, dann denkt man vielleicht seufzend mit feuchten Augen an das hölzerne Brückle und das goldige Gärtle daneben zurück. Wohnt man allerdings (wie ich) in einer Sackgasse und war schon einmal in einer lebensbedrohlichen Situation oder hat diese direkt miterlebt (wie ich…), weiß man, wie wichtig breite, nicht zugeparkte Zufahrten sind. Und genau deshalb begrüße ich, trotz aller Nostalgie und Emotionalität, diese Baumaßnahme. Im Falle eines Falles zählt jede Sekunde und Rettungskräfte werden oft genug in ihrem täglichen Job am Vorankommen gehindert.

brueckle-friedhofssicht1

Wenn es also die Möglichkeit gibt, durch bauliche Maßnahmen die Arbeit von Rettungskräften zu erleichtern und damit die Sicherheit der Anwohner der Sackgasse zu erhöhen, dann gibt es nach Meinung der Verfasserin auch keinen Grund, einem alten Holzbrückle nachtzutrauern. Sicherlich, man hätte es auch lassen und einfach die Zufahrt daneben bauen können, aber auch dieser Gedanke ist vergebene Liebesmüh und so schieben wir ihn zur Seite und betrachten es, wie es ist:

brueckle-bachstr

Momentan sieht es noch etwas langweilig aus. Der alte Rad- und Gehweg führt jetzt ins Leere und eine einsame Straßenlaterne harret der Dinge, die da kommen mögen. Aber es geht nicht darum wie es aussieht, sondern ob es funktioniert, form follows schließlich function.

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Die Natur ist schneller, als man denkt, und schon bald wird das kahle Areal um „die“ Bach wieder mit sprießendem Grün bewachsen sein. Wer weiß, vielleicht finden sich ein paar ambitionierte Anwohner, die dort für bunt-blumige Farbtupfen und das ein oder andere essbare Kräutlein sorgen werden… Würde sich das Areal doch nach wie vor perfekt für ein kleines Gärtle eignen. Ein Bürgergarten? Wahrscheinlich momentan zu viel Aufwand, aber sag niemals nie… Für die Bewässerung wäre jedenfalls dem „Jordan“ sei dank bereits gesorgt.

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